Macht euch die Erde untertan

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Der Mensch steht an erster Stelle. Der Mensch ist die Spitze der Hierarchie in der Natur. So lässt sich die Überzeugung zusammenfassen. Dieser Idee ist jeder Umgang mit der Erde, ihren Wesen und ihren Ausdrucksformen untergeordnet.

 

Im Klartext heißt das nichts anderes, als das wir nicht an Morgen denken sondern ausschließlich an die Befriedigung der heutigen Bedürfnisse. Unserer Bedürfnisse. Ausschließlich unserer Bedürfnisse. Und insbesondere und auch wieder fast ausschließlich der Bedürfnisse der jeweils herrschenden Führungselite der Gesellschaft. Alle anderen dürfen auch etwas vom Kuchen abhaben. Aber nur soviel, wie unbedingt nötig ist, um sie sowohl bei der Stange als auch am Leben zu erhalten. 

 

Die Erde wird zum Ausbeutungsobjekt gemacht. Ihr Boden wird aufgerissen, Stoffe, Mineralien entrissen und von uns umgearbeitet. Wir haben, dank der Wissenschaft, die Oberfläche der Alchemie von Stoffen betrachtet und nutzen sie nun, um das zu schaffen, was wir für unseren Bedarf zu brauchen glauben.

 

Dabei wird in der Regel weder Rücksicht auf die Materialien genommen, die als "Abfall" entstehen noch auf die Folgen ihrer Anhäufung. Wir machen uns weder Gedanken über die Nachwehen ökologischer Eingriffe in ein sensibles und ausgewogen harmonisches Gleichgewicht, noch über die Menschen, die mit der veränderten Umgebung leben müssen.

 

Die Erde ist groß. Wir sind wie ein Heuschreckenschwarm, der außer Rand und Band weiterzieht. Von Ort zu Ort. Und auf seinem Weg eine Schneise der Verwüstung hinterlässt. 

 

Abgeholzte Regenwälder für die Sonntagszeitung? Kein Problem, wir können ja wieder aufholzen. Das diese Urwälder Jahrhunderte brauchten, um das zu werden, was sie vor unserer Heimsuchung waren, ziehen wir nicht in Betracht. 

Ausgerottete Artenvielfalt? Macht nichts. Hauptsache, uns geht es gut. Das in dieser Welt alles miteinander verbunden und verwoben ist und das Sterben einer Art auch unsere Existenz ins Wanken und zum Einsturz bringen kann und wird - dieses Denken ist uns fremd. 

Angeheizte Erderwärmung, Gletscherschmelze, Klimawandel? Das ist nicht unser Problem. So alt werden wir nicht. Sollen unsere Kinder damit klarkommen. 

Müllberge allerorten, weil die Materialien, die wir benutzen weder recyclebar noch sonstwie benutzbar sind? Auch das ist kein Prolbem. Noch ist genug Natur da, um sie zu überdecken. 

 

Ja, wir sind Kinder, die gedankenlos mit dem Feuer spielen und die Konsequenzen des eigenen Handelns nicht überschauen wollen. Wir könnten es. Doch wir wollen es nicht.

 

Zu schön ist es, weiter aus Herzenslust weiterzumachen und sich zu nehmen, was vermeintlich uns gehört. Zu schön ist es zu den Führern zu gehören, die die Schätze dieser Ausbeutung in ihren Tresoren verstecken können. Zu schön ist dieses Gefühl von Macht, Größe und Unantastbarkeit. Und zu bequem ist es auf der anderen Seite, sich einlullen zu lassen und die Entscheidungen weiter Anderen zu überlassen. Zu einfach ist es, wegzuschauen und sich dem tagtäglichen Fernsehprogramm oder sonstigen Ablenkungen zuzuwenden. Noch ist es möglich, sich eine vermeintlich heile Welt vorzugaukeln. 

Doch diese Sicherheit bricht gerade in sich zusammen. Geräuschvoll und wie ein unaufhaltbarer Erdrutsch. Wir haben es nur noch nicht verstanden.

 

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Erdenhimmel