Anpassung

Unterordnung

Gleichschaltung

Hierarchie & Wettbewerb

Denken in vorgegebenen Bahnen.

Fesseln des Geistes.

Steuern der Kreativität.

                  © Anne Garti / pixelio.de                                                    © S. Hofschlaeger / pixelio.de                      

Lernen als Kinder ist pure Freude. Wir kommen voller Wissensbegierde auf diese Welt. Wir wollen verstehen, erkunden, erforschen. Es ist in uns, wie eine wunderschöne, wilde, duftende, blühende Blume. Wir lieben es, zu lernen. 

 

Jedesmal, wenn wir als Menschheit an dem Punkt sind, dass wir eine neue Tür der Erkenntnisse öffnen, fühlen wir diese ursprüngliche Energie wieder. Diese Tatkraft, das Funkeln der Augen. Die Renaissance war so eine Zeit in der Geschichte der Menschheit. Voller geistiger Höhenflüge und unbegrenzter Horizonte.

 

Auch am Beginn der Schulzeit ist sie da, diese ungebremste Lust an Neuem. Doch sie wird nur allzu schnell mit einem System konfrontiert, dass sie zurechtstutzt und in enge, klar begrenzte Schachteln einfügen will. Schulen in unserer patriarchalen Gesellschaft sind keine Orte für freies, unbeschwertes und selbstbestimmtes Lernen. Es sind Orte, an denen wir den Kindern unser vorgekautes und überprüftes eigenes Wissen überstülpen. Kinder werden zu Wiederkäuern degradiert. Wiederkäuern dessen, was wir für richtig erachten. Es sind keine Orte, die eigene Gedanken, andere Schlußfolgerungen oder gar berechtigte Zweifel an unseren Wegen fördern oder zulassen. 

 

Wir müssen es so gestalten, denn nur das garantiert, dass diejenigen, die jetzt die Führungsposition innehaben, sie auch behalten können. Nur das Stutzen der jungen, wilden Triebe garantiert, dass der Baum wo wächst, wie es den Gärtnern genehm ist. So, dass es das herrschende System nicht beeinträchtigt sondern träge weiterschwimmen lässt. 

 

Die wilde Energie wird umgeleitet. In ein System des Wettbewerbs. Das Kämpfen gegeneinander, die vielfältigen Leistungsansporne, Überprüfungen, endlose Hausaufgabenberge und organisierte Freizeitbeschäftigungen garantieren, dass die Kinder mit einem vollen Stundenplan und dem Erobern des eigenen Platzes im Gesamtgefüge beschäftigt sind und keine Fragen stellen, die uns unbequem wären. 

 

Wir halten den Geist unserer Kinder gefangen. Sie werden auf Perfektion getrimmt. Unsere Perfektion. Sie werden zu Nachahmern und Nachplapperern vorgefertigter Gedanken. Das Studium der Bücher dient nicht dem Sammeln neuer Erkenntnisse oder anderer Ideen sondern dem Verinnerlichen bereits gedachten Wissens. 

 

An keiner Stelle in diesem Schul- oder Erziehungssystem wird eigenständiges Handeln, Denken oder Hinterfragen wirklich gefördert. Sollte es doch Ansätze davon geben, dann nur in streng definierten, klar eingegrenzten Bahnen. Über die Stränge schlagen, ist nicht erwünscht. 

 

Dieses gesamte Erzieungssystem dient nur Einem. Dem Heranziehen von Menschen, die möglichst früh verlernen, ihre eigene Verantwortung zu nutzen, ihre eigene Stimme zu erheben oder mit ihrem eigenen Verstand zu denken. Es dient dazu hörige und mitläuferwillige Bürger zu formen, die den jeweils herrschenden Stimmen willig folgen und zu Diensten sind. Der Verstand wird zu einem Gebrauchsgegenstand fremder Interessen gemacht. Ob in Früherziehung, Schule, Ausbildung oder beim Studium. Das System ist überall gleich. 

 

Ausbruch praktisch unmöglich. Jeder, der aufbegehrt, wird ausgegrenzt. Jeder, der sich verweigert mit schlechten Noten abgestraft und in die Hinterhöfe des auf Erfolg getrimmten Berufssystems verwiesen. Einige wenige werden als Revoluzzer geduldet, um den Schein zu wahren. Sie werden vielleicht sogar hofiert und mit Ehren überhäuft, doch hören tut niemand auf sie. Kein Patriarch möchte sein Handeln überdenken oder sich verändern. Er möchte bestätigt werden. Immer, immer und immer wieder. Dafür braucht er willige Bürger. Das Erziehungssystem ist perfekt, um diese Menschen zu formen.

 

 

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