Theater, Theater

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Zwei Menschen begegnen sich. In Beiden lebt Angst. Denn beide wissen, dass sie entweder dem herrschenden Ideal des schönen Körpers oder brillianten Geistes nicht entsprechen oder dass sie im Wettbewerb unterlegen wären. Vielleicht ist es auch anders herum. Dann begreift sich einer von Beiden sofort als Sieger und agiert entsprechend. Auf jeden Fall ist keine Begegnung frei und leicht. Sie ist von einem sofortigem Überprüfen der eigenen Postition begleitet. Wo stehe ich in Bezug auf den Anderen? Wo ordne ich mich ein? Das geschieht fast unbemerkt. Wir haben es so verinnerlicht, dass wir es kaum noch wahrnehmen. Doch die Rollenbilder und Ideale wirken in jeder Begegnung. In wirklich jeder.

 

Damit einher geht auch eine bestimmte Art des Selbstdarstellung. Wie möchten wir in diesem Moment gesehen werden? Wie soll uns der Andere wahrnehmen? Wie gut können wir die Punkte verstecken, die wir selbst als negativ oder gar katastrophal empfinden? 

 

Dabei wollen wir doch eigentlich nur eines: geliebt werden. Nicht in unserer Rolle. Sondern so, wie wir sind. Genau so. Aber mit diesem Versteckspiel funktioniert das natürlich nicht. Was wir lieben, was wir schätzen, wovon wir Freunde werden, sind Bilder, die er Andere von sich malt, nicht die Wirklichkeit. 

 

In jeder Beziehung und in jeder Freundschaft reist also unweigerlich die Angst mit. Die Angst, entdeckt zu werden. Hinter dem Vorhang der Selbstdarstellung. Die Angst, gesehen zu werden, wie wir wirklich sind. 

 

Die Verwicklungen aus dieser Ausgangssituation sind vielfältig und jeder von uns kennt sie aus seinem ganz normalen Alltag.

 

Wenn es gut läuft, dann kann im Laufe der Zeit und mit Hilfe von vielen, vielen zu übersteigenden Hürden etwas werden, das wahrhaftiger wird. Dann ist die Beziehung und die Freundschaft ein langsames "Hüllen fallen lassen" und sich buchstäblich entblättern. Dann ist es ein Stück für Stück wachsendes Vertrauen und aus der eigenen Deckung kommen. Mit dem Ergebnis, dass wirklich Beziehung und Liebe entstehen kann. 

 

Doch bis es so ist, spielen wir Theater. Und entsprechen der Rolle, die wir glauben, einnehmen zu müssen, um geliebt, geachtet oder anerkannt zu werden. 

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