Was von der Fülle bleibt

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In einer Welt der Fülle, in der eigentlich genug für alle Wesen da sein sollte, hungern, allein unter den Menschen über 900 Millionen. Jeder siebte menschliche Erdenbewohner hat nicht genug zu essen. Weniger als nicht genug. Alle drei Sekunden stirbt irgendwo auf dieser Erde ein Mensch infolge von Hunger. Alle fünf Sekunden ist es ein Kind. Alle fünf Sekunden! 

 

Auf der anderen Seite sind rund die Hälfte aller Deutschen übergewichtig. 40 Millionen Menschen nur in unserem eigenen Land. Weltweit sind es 500 Millionen Menschen, die viel zuviel an Körpergewicht mit sich herum tragen. 3 Millionen von ihnen sterben jedes Jahr, an zuviel Nahrung. 

 

Wir halten das für vollkommen normal. 

 

Natürlich. Denn wir stehen ja in in der Regel auf der Seite der Gewinner. Dann ist das Ganze kein Problem. Es wird nur ein klein wenig unbequem, wenn man in den Nachrichten die Bilder von Dürrekatastrophen in Afrika sieht. Doch ein bisschen Spenden und eine anderern Kanal - zapp und schon ist der Schmerz vergangen. 

 

Ähnlich schaut es mit dem Umgang mit Wasser aus. 

 

1,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Für sie gibt es keine Quelle, keinen Brunnen und kein erreichbares Trinkwasserleitungssystem. 2025, werden es 2,3 Milliarden betroffene Menschen sein. Alle 8 Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen verseuchten Wassers. Dasselbe Wasser lässt jährlich 3,3 Milliarden Menschen erkranken - 6 Millionen erblinden und 5,3 Millionen sterben. 

 

Wir in Europa verbrauchen pro Tag zwischen 120 und 240 Liter Wasser pro Kopf. Im Ägypten sind es 22 Liter, die jeder Einwohner im Durchschnitt zur Verfügung hat. Israel verbraucht 300 Liter, Palästina gleich nebenan hat nur 70 Liter pro Person zur Verfügung. 

 

Die Einen benutzen Wasser, um in der Wüste Erdbeeren anzubauen, Schwimmbecken zu füllen oder Golfplätze grün zu halten. Die Anderen laufen kilometerweit, um die wenigen Liter für die Versorgung ihrer Familie mit Trinkwasser zu gewährleisten. 

 

Und wir reden hier nur von den Menschen. Die Tiere und Pflanzen müssen sich mit dem begüngen, was am Ende noch übrig bleibt. 

 

Das sind die Realitäten unseres kindlich überschwenglichen Handelns. Eines kurzsichtigen, egozentrischen Handelns in einer Welt der Hierarchien und Zwei-Klassen. Der Gewinner und der Verlierer - der Herrscher und der Steigbügelhalter. 

 

Doch auch hier werden wir uns jetzt den Folgen stellen müssen. An vielen Stellen dieser Welt brechen die Wassersysteme ersatzlos zusammen. Die Böden sind mittlerweile so ausgelaugt, dass die darauf angebauten Nahrungsmittel nur noch eine Bruchteil der Nährstoffe enthalten, die sie eigentlich haben sollten. Und die Menschen, die zu kurz gekommen sind in all diesen letzten Jahren beginnen nicht nur zu murren sondern richtig aufzubegehren. Oder sie stehen in Form von Flüchtlingsströmen vor unserer Tür. 

 

Patentierungen von Saatgut, Gentechnik und all die anderen technischen Lösungen, die als Heilswege verkauft werden, sind reine Augenwischerei. Sie schauen nicht auf den Kern des Problems sondern versuchen es mit den Mitteln zu lösen, die uns überhaupt erst an diesen Punkt geführt haben. Es wird auch nichts nutzen, Bodenspekulation in dem wahnwitzigen Ausmaß zu betreiben, wie es China seit Jahren tut oder Staudämme zu bauen. Es wird die Situation nur verschärfen und den Wandel, der natürlicherweise sowieso kommt nur unerträglicher und sehr viel schmerzhafter und blutiger gestalten. 

 

 

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