Alles verbindet sich

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In den allermeisten Fällen leben wir im Augenblick in einer strikt getrennten Welt. Arbeit und Berufung sind nicht ein und dasselbe. Arbeit ist notwendig, nicht erfüllend. Wir lassen den Pinsel fallen, wenn Feierabend ist und sind heilfroh darüber. Berufung wäre es, eine solche Freude am Erschaffen zu verspüren, das wir der Kreativität in uns soviel Raum wie möglich geben wollen. Es ist unser Wunsch, kein Zwang. Kein Müssen, weil das Geld verdient werden möchte. Berufung wäre es, vollkommen unbeeinflusst, den wirklichen eigenen Interessen so nachgehen zu können, dass daraus auch ein Leben entstehen kann.

 

Berufung wäre Freiheit. Arbeit ist in unserer Welt eher Sklaverei. Aufgehübschte Sklaverei mit netten Tarifverträgen und sozialen Absicherungen, aber nichtdestotrotz der schnöde Verkauf von körperlicher Kraft, Verstand und Fähigkeiten an den Meistbietenden. 

 

Sie laugt aus und sie zehrt an der Seele. Sie macht uns zu sehnsüchtigen Junkies, die nur dem nächsten Urlaub entgegenfiebern.

 

Doch all das wird in der Zeit der Jugend komplett hinterfragt. Nicht nur hinterfragt sondern auch mit Widerstand, Kampf und Streik bedacht. 

 

Der bisherige Ausweg namens Urlaub, dieses Ventil, an dem sich die angestaute Sehnsucht entzünden konnte, dieser Ausweg löst sich im Augenblick mit Corona auf. Die Möglichkeiten der Flucht werden so limitiert, dass sie den Namen kaum noch verdienen. Alle klumpfen sich auf wenigen Inseln zusammen und hoffen auf ein kleines bißchen Luft in ihrem stumpfen Alltag. Doch die Erleichterung macht einer immer schneller eintretenden neuen Ernüchterung Platz. Und immer weniger wird diese akzeptiert.

 

Die Menschen, die ausbrechen nehmen lawinenartig zu. Weil es nichts mehr zu verlieren gibt und die bisherige mühsam erhaltene Existenz sowieso gerade zusammenbricht. Diejenigen, die im System bleiben, erdrücken zunehmend unter der Mehrlast. 

 

Das System legt sich damit selbst lahm. Bis es einstürzt, wie ein Kartenhaus. 

 

Die Lösung ist keine äußere Schönheitkorrektur. Es ist eine innere Verschiebung aller Werte und Ansichten. Arbeit als Arbeit hat keine Berechtigung mehr. Sie kann nur als wirkliche Erfüllung der innersten Wünsche, Träume und Fähigkeiten überleben. Als eine Beschäftigung mit dem, wofür wir auf die Welt gekommen sind. Keine oberflächligen Nebentätigkeiten mehr. Keine Zeitverschwendung. Wir haben Schätze in uns und diese Schätze wollen gelebt werden. Dafür sind wir berufen. Das wollen wir erschaffen. Nichts weniger. Wir wollen unserem Herzen folgen, keiner fremden Agenda. 

 

Damit wird auch die Rolle eines Urlaubs vollkommen neu definiert. Er ist keine Flucht aus dem verhassten Alltag mehr, keine Sommerfrische der Abwechslung sondern eine Möglichkeit tiefer mit den eigenen Fähigkeiten, Träumen und Wünschen in Kontakt zu kommen. Er lässt uns in unsere innere Welt blicken und uns im Spiegel der Äußeren neu betrachten. Aus Urlaub wird eine Reise. Zu uns selbst.

 

Erst der Einsturz des Alten macht diese neue Welt möglich. Wir sind mitten drin im Einsturz. Wir sind mitten drin im Erdbeben. Wir spüren die Erschütterungen. Jeder von uns. Jetzt ist es an jedem Einzelnen innerhalb des Systems, neue Weichen zu stellen. Es ist an Jedem Einzelnen zu entscheiden, wo in der Zukunft sein Platz sein soll. Es ist an uns, unseren eigenen Schätze wieder zu entdecken und den Mut zu haben, sie auch wirklich zu leben. Wir müssen springen. Jetzt.

 

 

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