Versöhnung mit dem Tod

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Die Alten begehren auf. Sie lassen sich nicht mehr in die Ecke stellen und vergessen. Sie wollen wahrgenommen und gesehen werden. Sie wollen mitgestalten und aktiv in das Geschehen eingreifen. Ihr Wissen, ihre Erfahrung sind nichts, das auf die Müllhalde gehört sondern etwas, dass eine wichtige Balance darstellt zum jugendlichen Übermut. 

 

Die Lebenserwartung wird bereits stetig länger. Die Agilität der Alten nimmt zu. Ihre Abenteuerlust und Entdeckerfreude steigen. Und auch ihre Aktivitäten in der Gesellschaft werden ständig deutlicher.

 

Gleichzeitig steigt der Widerstand gegen den Jugendwahn. Die bedingungslose Kapitulation unter fremde Schönheitsvorgaben ist Geschichte. Diätenvorschriften, Hochglanzbroschüren und Normen einer körperverliebten Gesellschaft werden immer öfter ignoriert, mißachtet und vollkommen umgestaltet. Noch sind die Menschen, die ihren eigenen Idealen folgen nicht immer gleich auszumachen. Doch sie tauchen häufiger auf. Und sie lassen sich nichts mehr vorschreiben. Sie lassen sich auch nicht mehr steuern. Sie folgen ihrer eigenen Vorstellung. Sie folgen ihrem eigenen Gefühl. Und sie sind mehr und mehr in der Lage, sich so zu nehmen und zu umarmen, wie sie sind. Krumm, schief, klein, groß, dick, dünn, ungelenkig, faltenvoll.

 

Langsam sickert es auch in die Medien. Langsam sickert es in den sogenannten Mainstream. Doch es braucht noch einen großen Sprung, um Alter und körperliche Echtheit den eingeimpften Designermaßen vorzuziehen. Jugend ist hier der Weg, uns selbst als Gesellschaft so anzunehmen, wie wir sind. 

 

Und damit auch zu akzeptieren, dass dieses Leben im Körper durchaus endlich ist. Tod ist keine Katastrophe, die es zu vermeiden gilt sondern ein Teil unseres Daseins. Es geht nicht darum, ihm auszuweichen, ihn hinauszuzögern und das Leben auf unwürdigste Weise um jeden Preis zu verlängern sondern so zu gehen, wie es uns entspricht. Und zwar nach unserem eigenen Wunsch, nicht nach den Vorgaben einer gesellschaftlichen Norm. 

 

Tod ist ein Übergang, eine Grund zum Feiern, denn wir gehen weiter. Es ist nicht das Ende, es ist ein neuer Anfang. Doch das können wir erst sehen, wenn wir auch den Sprung vom bloßen Glauben an die Existenz in diesem einen Körper hinter uns gelassen haben. Die Schritte gehören zusammen. Und sie geschehen gerade zeitgleich miteinander.

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