Ich sehe dich

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Die Zeit des Versteckens ist vorbei. Ehrlichkeit und Sichtbarkeit sind angemahnt und werden eingefordert. Die Rollenbilder fallen, die Masken purzeln zu Boden. Es wird sichtbar, wer sich wirklich hinter dem Vorhang verborgen hat. 

 

Das Leben zwingt uns praktisch dazu. Die Energie fehlt, das Schauspiel noch weiter zu spielen. Die Abgründe zeigen sich und unsere eigenen Gräben und Furchen werden für alle Welt sichtbar. Es ist ein Zeit, in der wir äußerst fragil sind. Äußerst verletzlich und unglaublich sensibel. Denn jetzt geht es praktisch um alles. Kein Netz und doppelter Boden mehr. Kein Rückzusort. Keine Höhle. Jetzt kommt ans Licht, was wir vor der ganzen Welt am liebsten verheimlicht hätten. 

 

Jetzt zeigt sich, wie wir bisher tatsächlich gelebt haben. Jetzt zeigt sich, ob unsere Freundschaftsschwüre wirklich echt waren oder nur ein Vorwand, um für uns selbst den besten Deal auszuhandeln. Jetzt zeigt sich auch, ob wir Beziehungen nur eingegangen sind, weil sie uns einen Vorteil versprachen oder ob es uns wirklich um eine Verbindung zum Anderen ging. 

 

Als Menschheit müssen wir uns jetzt der Tatsache stellen, dass wir auf Kosten der Erde, der Tiere und der Natur als Ganzem gelebt haben. Wir müssen uns der Tatsache stellen, dass wir selbst das Monster sind, vor dem wir immer Angst hatten. Das wir diejenigen sind, die egoistisch, kurzsichtig und stumpfsinnig all' das benutzt haben, was sich uns so freigiebig und uneigennützig zur Verfügung getstellt hat. 

 

Es ist keine einfache Zeit. Diese klare Innenschau und Einsicht tut weh. Und es gibt viele, die sie auf jede erdenkliche Art und Weise zu umgehen oder hinauszuzögern versuchen. Mit allen Mitteln von Einflussnahme, Gewaltandrohung oder gar bewaffnetem Widerstand. Doch aufhalten lässt sich der Prozess nicht.

 

Und - so schmerzhaft diese Zeit auch sein mag. In ihrer Intensität und rohen Direktheit wirkt sich auch so heilend und lebensverändernd wie nichts sonst. 

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