Die Weisheit der Kinder

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Lernen ist etwas Freiwilliges. Etwas, das in unserer Natur liegt. Etwas, was wir aus dem tiefsten Innersten heraus wollen. Es braucht keine Sozialisation dazu. Es braucht keine Institutionen. Es braucht keine Lehrpläne, in denen Andere festlegen, was wichtig wäre zu wissen. Jedes Kind weiß aus sich selbst heraus, was für Wissen und Fähigkeiten es braucht, um seinen Weg zu gehen. Um seine ganz ureigene Lebensmission zu erfüllen. 

 

Wir wissen genau, dieser Wille zum Lernen alles ist, was es braucht. Wir wissen auch genau, was er vermag. Wir brauchen nur einem Kind zuzuschauen, dass laufen lernt. Wir brauchen nur zu beobachten, welcher unbändige Willen dieses Wesen immer weiter machen lässt. Egal, wie oft es hinfällt, egal, wie hoch die Treppe vor seiner Nase auch ist. Der Willen, etwas zu meistern, wird dieses wunderbare Kind jede Stufe erklimmen lassen. Jede. Ich habe das einmal erlebt bei einem kleinen Jungen. Ich werde seinen Blick niemals vergessen. Seine Ausdauer, seine Unbeirrbarkeit und die tiefe Freude und Befriedigung, wenn der nächste Schritt geschafft war.

 

Dieser Willen ist in uns allen. Dieser Willen hat uns die Sprache unserer Eltern lernen lassen. Und dieser Willen ist es auch, der uns genau zu den Menschen zieht, die wir als die besten Lehrer für uns ausmachen. Wir wissen genau, wer das ist. Wir fühlen es. Dieser Willen lässt uns die Fragen stellen, die Antworten verlangen. Und dieser Willen ist es auch, der uns genau fühlen lässt, welches Wissen wir nicht brauchen. Was überflüssig ist. Der Willen lässt sich nicht austricksen. Es ist klar, wie Quellwasser. 

 

Und jeder Zwang, der ihn in irgendeine Richtung drängen will, die nicht unsere ist, lässt uns rebellieren.

 

Jedes System, jede Art von Schule, die uns in eine fremde Richtung zerren will, wir unseren Lerneifer abtöten. Stück für Stück. Sie wird uns die Freude am Lernen nehmen. Sie wird uns mit dem System kämpfen lassen. Und sie wird uns im schlimmsten Fall alles verweigern lassen, was überhaupt aus diesem System kommt. Egal, ob es für uns dienlich wäre oder nicht. Jedes System, dass uns mit Wissen stopfen will, dass wir nicht wollen und für unseren Weg brauchen, kommt einer Vergewaltigung gleich. 

 

Kinder sind keine leeren Gefäße, die Eltern oder Lehrer füllen müssen. Kindern muss ihre Bestimmung und ihr Weg im Leben nicht eingepflanzt werden. Kinder brauchen keine Menschen um sich herum, die glauben, alles besser zu wissen, als sie selbst. Sie brauchen niemanden, der ihnen ihren Weg vorschreiben will. Sie brauchen nichts anderes, als Unterstützung und Hilfe, ihrer eigenen Bestimmung zu folgen. Sie brauchen die Hand, die sie hält, wenn sie vor der nächsten Treppenstufe straucheln. Sie brauchen die Bestätigung, dass sie die Kraft haben alles zu können, zu werden und zu lernen, was sie wollen. Sie brauchen den Zugang zu allen Ressourcen, die sie für ihren Weg benötigen. Sie brauchen Lehrer, die ihnen helfen, sich ihrer Mission klar zu werden. Sie brauchen Menschen, die an ihre Fähigkeiten glauben. Menschen, die ihnen das Gefühl vermitteln, dass nichts unmöglich ist. Lehrer, die ihnen helfen, ihrer eigenen inneren Stimme zu vertrauen und ihr zu folgen. 

 

Und - sie brauchen eine Umgebung, die kein Problem damit hat, selbst in Frage gestellt zu werden. Wir brauchen die Offenheit in uns, die Lehren unserer Kinder anzunehmen. Denn sie sind es, die in der Welt von morgen zu Hause sind. In der Zukunft. Nicht in der Welt von gestern. Sie weisen den Weg. Wir müssen sie nur lassen. Und darauf lauschen, was sie uns zu vermitteln haben. Dann können wir das mit unserer Erfahrung abgleichen. Wir können in den Austausch gehen. Miteinander. Und daraus das Beste aus gelebter Weisheit und neuer, frischer Sichtweise kreieren. 

 

So wird das Zusammensein mit Kindern Inspiration und Brücke in eine neue Welt. Und so sollte es auch sein.

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