Gemeinsam - Verbunden

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Wir sind alle Eins. Wir sind wirklich alle Eins. Alle diese Grenzen, alle diese Trennungen, die wir in unseren Köpfen zwischeneinander konstruiert haben - sie sind künstliche Konstrukte. Sie dienen diesem Spiel von Überlegen- und Unterlegenheit. Sie dienen der Unterstreichung von äußeren Unterschieden. Sie dienen dazu, die einen zu Herren und die Anderen zu Sklaven zu machen und sie auch tunlichst in diesem Zustand zu halten. 

 

Dazu haben wir ein Angstgebilde geschaffen. Angst voreinander. Angst vor dem bösen Nachbarn, der uns überrennt und uns die Früchte unserer Arbeit klaut, wenn wir nicht aufpassen. 

 

Das uns dieser Nachbar nur überrennt, weil wir ihn vorher auf den Platz des Sklaven verwiesen haben, das übersehen wir dabei geflissentlich. Wir haben die Welt so erschaffen, dass ein winziger Teil der Menschen auf Kosten des großen anderen Teils leben. Wir haben die Welt so erschaffen, dass sich dieser kleine Teil der Menschen um jeden Preis an den Genüßlichkeiten des Luxus festkrallen möchte, der nur möglich ist, weil viele, viele Andere dafür schwer schuften.

 

Wir leben von der Ausbeutung. Auf jede nur erdenkliche Art und Weise. Doch wir negieren es. Wir packen es in kunstvolle Vertragsgebilde, leere Versprechungen und eifrige Beteuerungen. Wir reden von Chancengleichheit und lancieren Hilfsprogramme. Doch all' das ist nichts als Augenwischerei. Es beruhigt unser Gemüt, aber es ändert nichts an den Tatsachen. Weil wir daran gar nichts ändern wollen. Denn täten wir es, müssten wir unseren Lebensstandard ebenfalls teilen und uns größtenteils ganz von ihm verabschieden.

 

Dieses ganze Lügengebäude bricht jetzt wie eine Flutwelle über uns zusammen. Sie kommt in Form von Flüchtlichlingsströmen. Sie kommt in Form von Aufständen. Sie kommt in Form von Streiks und Dienstverweigerungen. Sie kommt und brodelt gegen unsere Haustür. Und sie wird sie eintreten und in unser Haus strömen. Zu Recht. 

 

Der große Rest der Welt wird seinen Platz einfordern. Er wird seine Würde einfordern. Er wird uns zwingen, Farbe zu bekennen und dem eigenen Handeln ins Gesicht zu schauen. Das wird kein schöner Prozess. Das wird kein Zuckerschlecken. Denn wir entdecken dabei, das wir selbst die Bösen sind, zu die wir Andere immer so gern gemacht haben. Die Schläge und die Wut von Außen sind gegen diese innere Erkenntnis kleine Piekser. 

 

Ja, es ist die Zeit, in der wir uns selbst im Spiegel anschauen müssen. Wir werden dazu gezwungen. Und nur durch dieses ehrliche Anschauen, wird der Weg frei gemacht, eine wirkliche gemeinsame Welt zu erschaffen.

 

Eine, die wirkliche Chancengleichheit bietet. Unabhängig von Religion, Sprache, Kultur und Hautfarbe. Unabhängig von Geburtsort oder Stammeszugehörigkeit. Nur gemeinsam haben wir eine Zukunft. Hand in Hand. Brüder. Schwerstern. Gemeinsam mit dem Feiern unserer Unterschiede und individuellen Reichtümer. Gemeinsam in unserer Buntheit und Vielfalt.

 

 

 

 

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