Exzesse & Leistungssport

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Wir haben den Körper, die Leistungsfähigkeit und das Erreichen eines Ziels zu unserem Idealbild erhoben. Zu was einer Sexualität führt uns das?

 

Zuerst einmal zu einer Verehrung des perfekten männlichen und weiblichen Körpers. Zum Festschreiben von Schönheitsnormen für beide Geschlechter. Jugendlich, makellos. Dazu kommt das Leistungsprofil eines Spitzensportlers.

 

Der größte Penis samt der entsprechenden "Standfestigkeit" befinden sich hier klar an der Spitze. Der Mann muss sofort bereit, wenn die Gelegenheit da ist. Und dann in einer so beeindruckenden Weise, das an seiner Kraft kein Zweifel mehr besteht. Ähnlich lassen sich die Anforderungen für die Frau beschreiben. Bereitschaft, bitte, immer. Wenn ein Mann bereit ist und will, soll sie offen sein und aufnahmebereit. Feucht, einladend und nach seiner Kraft lechzend. Und was die Zielorientierung betrifft - ohne Orgasmus geht gar nichts. Das wäre dann dem Versagen gleichzusetzen. Und je mehr Orgasmen, umso besser. 

 

Da unsere Körper aber nicht so funktionieren, wie Maschinen, haben wir uns alles mögliche ausgedacht, um uns selbst und den Partner aus der Reserve zu locken und doch noch die Zielgeraden zu erreichen.

 

Das fängt bei der entsprechenden aufreizenden Kleidung aus Spitze oder Leder an, geht über Viagra-Pillen, Dildos für alle Körperöffnungen bis hin zu Pornos, Swingerclubs oder SadoMaso. Was auch immer unsere vermeintliche Fehlfunktion auszugleichen, ist erlaubt. Da schrecken wir vor nichts zurück. 

 

Jeder, der da nicht mitrennen will und kann; jeder der aus dem stetig steigendem Drogenzirkus mit immer neuen Anreizen und Kicks aussteigen will, hat es schwer. Die Welt ist voller Paar- und Sexualberatungen, voller Zeitschriften mit Rezepten im Krisenfall und voller Selbstzweifelnder.

 

Die innere Unsicherheit, die letztlich jeder in dieser Zeit mit sich herumträgt, wird überspielt. Mit Kontrolle. Mit Machtspielen. 

 

Vergewaltigungen und Mißbrauch sind Alltag. Innerhalb von Familien, unter Freunden, Kollegen und Fremden. Oder in Form von Prostitution. Möglichst noch verbunden mit Hierarchien. Lehrer-Schüler; Vorgesetzter-Angestellte. In dem Fall kommt der Machtfaktor über einen Anderen viel stärker zum tragen. Auf dem Weg können die Männer, die sonst nicht wirklich zum Zug kommen, ihre Lust ausleben. Je angegriffener das eigene Selbstwertgefühl ist, umso mehr erliegen wir diesem möglichen Ausweg. Die Frauen erfahren auf dem Weg eine verzerrte und verdrehte Form der Beachtung. In dem Glauben, sonst stände ihnen keine zu. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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