Ohne Schema XF

Freiheit im Denken

Am Anfang stand ein Aufstellungsseminar mit einem Menschen, der, wie ich, sehr kreativ mit allen Anregungen und Therapieformen umgeht und sie in seine eigene Sprache übersetzt.

 

In diesem Fall kombinierte Frank Duden "Gespräche mit Gott", seine Intuition und einige der Grundlangen von Familienaufstellungen zu einem äußerst wirkungsvollen neuen Ansatz, der mir über Jahre hinweig tiefe Erfahrungen schenkte. Das Buch von Bert Hellinger habe ich erst nach dem ersten Seminar gelesen und war fast entsetzt über den schematischen und strikten Aufbau jeder Sitzung. Mit Frank zusammen habe ich später Aufstellungen weiterentwickelt, wir haben gemeinsame Seminare gegeben und feste Gruppen gehabt, die sich regelmäßig trafen und mit denen wir in eine Tiefe gehen konnten, die sonst fast nicht möglich ist. 

 

Aufstellungsarbeit heißt eigentlich, das mit Hilfe von Stellvertretern, die im Raum verteilt werden, eine Frage oder ein grundsätzliches Thema oder Problem, sichtbar gemacht wird. Der Aufstellende klärt mit dem Begleiter bzw. Leiter der Session den Kern seines Anliegens und bestimmt die Personen, Gefühle oder sonstigen wichtigen Faktoren, die in dem Bild erscheinen müssen. Dann sucht er die Menschen aus, die er für die jeweilige Rolle für richtig erachtet, schließt die Augen, taucht in sein eigenes Gefühl ein und führt den ausgesuchten Menschen an den Platz im Raum, der sich richtig anfühlt. Damit entsteht zuerst einmal ein sehr genaues Bild direkt aus dem Inneren des Aufstellenden.

 

Jeder der Menschen, die im Raum verteilt wurden kann jedoch darüber hinaus noch ein Feedback geben und genau erklären, was er an dieser Stelle fühlt und wie seine Beziehung zu allen anderen Figuren und Personen im Raum ist. Dadurch kann der Leiter Hilfestellung geben, Fragen stellen, Hinweise anbringen oder auf wunde Punkte aufmerksam machen und an den nötigen Stellen tiefer gehen. 

 

Jede neue Erkenntnis beim Aufstellenden verändert dieses Gesamtbild. Die Menschen nehmen entweder direkt von sich aus oder mit Hilfe des Aufstellenden einen anderen, neuen Platz ein. Alles geschieht in Übereinstimmung mit dem tatsächlichen Prozess, der im Aufstellenden geschieht. Am Ende ist ein Lösungsbild bzw. eine schlüssige Erkenntnis entstanden, die dem Fragenden weiterhilft.

 

Ich habe diesen gesamten Prozess immer als enorm intensiv, kraftvoll und authentisch erlebt. Es ist erstaunlich, wie genau die Stellvertreter sich in die Rollen einfühlen können und was für Feedbacks dadurch zustande kommen. Eine plastischere Methode, einen Blick in sein eigenes Inneres zu werfen, ist mir nie begegnet.