Die Entdeckung deines Körpers

 Frieden mit jedem Aspekt unseres Wesens

Tantra? Ja! Tantra wird in unserer Zeit meist nur auf Eines beschränkt. Sexualität. Der Hunger nach einer erfüllten Sexualität ist so groß, das jeder Traum und jeder Wunsch in diesen Weg hinein interpretiert wird. Die Vielfalt der Anbieter reicht dabei von ehrlichen und ernsthafen Instituten bis zu neuen und etwas spirtituell angehauchten Formen von Prostitution. Die Vielfalt der Suchenden umfasst den neugierig Suchenden genauso wie den Lust-Junkie, der nur auf den nächsten Orgasmus-Kick hofft. Das alles hat das Bild von Tantra stark beeinflusst und viele Menschen abgeschreckt, für die Tantra eine wahre Schatztruhe darstellen könnte. 

 

Für mich ist Tantra ein Weg zum Frieden. Ein Weg zur vollständigen Akzeptanz und uneingeschränkten Liebe zum mir. Ein tiefes ehrliches Umarmen des eigenen Wesens. Ohne Abstriche, ohne Ausflüchte, ohne irgendein "aber". Tantra ist eine Liebeserklärung an das Leben, das wir verkörpern. Eine Liebeserklärung an jeden Winkel unseres Körpers, an jede Zelle, jeden Gedanken und jede Schwingung unserer Seele. Es ist pure Schöhnheit, tiefstes Verschmelzen und die Unendlichkeit des Eins-Seins. Es ist ein Ozean des Lichts. Es ist das Wiederentdecken dessen, was wir wirklich sind.

 

Ich kenne keinen Menschen, der mit seinem eigenen Körper wirklich glücklich und zufrieden ist. Die meisten von uns stehen vor dem Spiegel und entdecken an jeder Stelle irgendwelche Unzulänglichkeiten. Im Regelfall entdecken wir nur sie. Da sind der Bauchansatz, die Cellulitis, die hängenden Brüste, die neuen Falten, dünnere Haare, Haare an den falschen Stellen, Narben, kegelförmige Figuren.... Nichts an uns scheint wirklich schön zu sein, nichts entspricht den perfekten Idealen, die uns Hochglanzmagazine als Standard vorgaukeln. Wir messen uns an künstlich gemachter Schönheit, an genormter Eleganz und an der Kunstfertigkeit von Maskenbildnern oder Chirurgenmessern. Wir unterwerfen uns einer unverrückbaren Grenze, die von Anderen gemacht wurden. Und könnten dabei nur in tiefster Verzweiflung, in Selbstmitleid und in Resignation enden. 

 

Wenn ich durch einen Wald laufe und die Bäume betrachte, ziehen mich in der Regel die an, die am knorrigsten, verwunschesten und abenteuerlichsten gewachsen sind. Sie haben eine Ausstrahlung, die atemberaubend ist. Ein Wald voller gleicher Plantagenfichten jedoch, ist pure Langeweile. Ich liebe die Einzigartigkeit. Aber es ist nicht so einfach, das auch für sich selbst und den eigenen Körper in Anspruch zu nehmen, stimmt's?

 

Tantra hat mich näher an die Liebe zu meinem Äußeren geführt, als irgendein anderer Weg. Es hat mich meine Dellen, Narben und Haare umarmen lassen. Aus Falten wurde eine spannende Lebensgeschichte, die ganze Biographie im Gesicht und aus einer nicht standardmäßigen Körperform ein Kunstwerk, das es nur einmal gibt.

 

Ich habe mit Tantra auch meine Sexualität erforscht. Ja, auch das ist ein wichtiger Teil dieses Weges. Es umfasst die Aktzeptanz aller Gefühle genauso wie die des eigenes Körpers. Gefühle wie Lust, Geilheit und Scham wollen genauso umarmt werden, wie ein Bauch voller Schwangerschaftsstreifen. Die Yoni, der Anus möchten genauso Teil deines Körpers sein können, wie Augen und Ohren. Sie möchten auch genauso berührt werden können, ohne das Scham oder Bewertungen dich in den Boden versinken lassen.

 

Tantrische Massagen lehren genau das. Sie schließen alles ein. Jede Zelle auf deiner Haut. Jedes Stück deiner äußeren Hülle. Sie verbinden das miteinander, was Mode, Geschmack und Zeitgeist trennen. Sie lassen die Energie wieder in dir pulsieren und die Gefühle frei fließen. Sie spülen dies künstliche Gefühle Selbstverleugnung zurück ins Meer und lassen dich so rein und unschuldig zurück, wie du es warst, als du auf diese Welt gekommen bist.  

 

Und damit schenken sie den Frieden, den wir normalerweise von Anderen erträumen. Die Bestätigung, die wir von unserem Gegenüber brauchen. Die Umarmung, die uns Mutter oder Vater vorenthalten haben und unser gegenwärtiger Partner auch nicht so richtig fertigbringt. 

 

Tantra schenkt Freiheit. Es schenkt Unabhängigkeit. Vor allem Anderen jedoch lässt es ein Gefühl von Ehrfurcht, Staunen und Begeisterung wachsen über das Wesen, das du vor dir im Spiegel siehst. Willkommen im Reich der Liebe!