Das Träumen des Drachen, wie man diese Methode auch übersetzen könnte, stammt aus Australien und wurde von John Croft entwickelt. Es verbindet die Ansätze von westlichem Denken mit dem Weisheit australischer Aborigines. Es kombiniert Verstand, Träume und Gefühl zu einer einzigartigen Methode, die eigentlich für die wirkungsvolle Umsetzung alternativer Projekte genutzt wird. 

 

In vier Phasen - Träumen, Planen, Handeln und Feiern wird der komplette Prozess eines Projektes dargestellt und durchlebt. Nicht einmal sondern viele Male. Jede Phase hat ihre eigene Stärke, jede hat ihr eigenes Gewicht und alles hat die gleiche Bedeutung für das Ganze. Der Erfolg des Projektes hängt von der Balance ab. Gibt es nur Träumer in der Gruppe, kommt es niemals zu einem Ergebnis; bleibt man im Planen stecken, wird zwar alles akkurat vorbereitet aber niemals umgesetzt; fehlt die Vorbereitung, das Träumen und Planen, wird die Umsetzung ein Chaos und gibt es nichts außer dem Feiern, haben wir auch kein Projekt.

 

Für mich ist Dragon Dreaming weit mehr als ein Werkzeug, um Projekte zu verwirklichen. Es berührt die verschiedenen Fähigkeiten in Jedem von uns. Den Träumer, Planer, Handelnden und denjenigen, der sich selbst und seine Leistungen feiern kann. Es ruft auf zur Balance in unserem Inneren, bei der jeder Anteil seinen Raum, seinen Platz und seinen Wert hat. Es schenkt uns die Einsicht, wie wichtig jeder Teil von uns ist.

 

Mir hat es beispielsweise der Träumerin in mir einen eindeutigen und essentiellen Stellenwert eingeräumt. Etwas, das ich selbst vorher niemals getan hätte. Weil ich, anders als die Aborigines, aus einer Welt komme, in der nur Planen und Handeln ein Wert beigemessen wird.

 

Es hat auch dem Feiern eine neue Position und Wichtigkeit gegeben. Feiern ist auch Dankbarkeit. Dankbarkeit ausdrücken. Dankbarkeit fühlen. Anderen gegenüber. Sich selbst gegenüber. Dankbarkeit für jeden Schritt. Auch das hatte ich bis dahin schlichtweg unter den Tisch fallen lassen. Meine vielen Erfolge, all die Leistungen in meinen Leben, die winzigen und riesigen Schritte waren für mich selbstverständlich. Keiner Erwähnung wert. Sie als etwas Besonderes zu betrachten, etwas Außergewöhnliches wäre mir nie in den Sinn gekommen. Meine Fähigkeiten ohne den Satz: "Ach was, das kann doch jeder." oder "Das war doch nichts Besonderes." zu betrachten oder gar die Dankbarkeit eines anderen Menschen anzunehmen ohne sie sofort kleinzureden oder abzuwiegeln, war für mich bis dahin fast undenkbar.

 

Dragon Dreaming war für mich ein Meilenstein und ich nutze es bis heute für mich selbst und die Seminararbeit. Es ist der gleiche Prozess, ob ich eine Gruppe betrachte oder einen einzelnen Menschen. Die Elemente sind dieselben. Und Balance ist überall ein willkommener Gast... ;-)