Auf Wiedersehen, mein Freund

Abschied, Verstehen, Umarmen

31. März 2017

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Einer meiner ältesten und besten Freunde ist vor zwei Wochen gestorben. Für mich - im ersten Augenblick - vollkommen unerwartet, mitten aus dem Leben, mitten aus dem Prozess seiner Seele gerissen. So sehr, das ich die Nachrichten nur sprachlos, schockiert und fassungslos gelesen habe. Wie Nachrichten aus einer Fernsehsendung. Nicht zu mir gehörig.

 

Von außen betrachtet macht es keinerlei Sinn. Eigentlich schien sein Leben gerade auf eine ganz eigene Art an zu blühen. Mit einer neuen Beziehung, einer neuen Hüfte.

 

Aber da ist auch eine andere Seite, die ich schon vor Jahren gespürt habe. Ein Abwenden von der eigenen inneren Welt. Ein Abwenden von seinem spirituellen Weg und ein Abwenden von der Auseinandersetzung mit seinen tiefsten Ängsten. Er war auf einer Art Ausweichkurs vor sich selbst, so schien es für mich. Unser Kontakt tröpfelte, versiegte immer wieder und kam nur stotternd wie ein alter Motor wieder in Fahrt. Die Streits wurden häufiger, die Pausen auch. Wir haben noch einmal miteinander gesprochen, gut zwei Wochen vor seinem Tod, eine Art Versöhnungsgespräch, aber eigentlich sind wir damit nicht näher zusammengerückt. Denn er war nur noch in seiner neuen Welt. In Thailand. Mit jedem Satz. Mit jedem Wort. Die Tiefe, die ich in unseren Gesprächen so geliebt hatte, sie gab es nicht mehr. Er lebte in einer anderen Wirklichkeit, einem gänzlich anderen Universum, in das ich ihm nicht folgen wollte und konnte.  Weiterlesen....