Ahnen und Wurzeln

 Der große Kreis auf dieser Erde

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Ich kann mich daran erinnern, diese Welt mit ins Sein gesungen zu haben. Ich stand mit vielen Anderen an einem neuen Ufer und habe zugeschaut, wie unsere Energie ein neues Land geschaffen haben. Ein Paradies voller Vielfalt, Schönheit und sprühenden Lebens. Mit allen Facetten, allen Träumen, allen Wünschen und aller Liebe. Für einen Rahmen, in dem wir uns als Menschen enfalten können. Wie Blumen, duftend unter dem weiten Himmel.

 

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Ich war in Atlantis. Ich war dabei, als die Inseln im Feuer der Vulkane versanken. Ich stand an Bord eines der Schiffe, das mich von der Vernichtung einer Welt wegtrugen. Hinein in ein neues Land. Hinein in eine andere Welt und in ein vollkommen anderes Leben. Ich war Priesterin.  Und ich werde es wieder, wann immer ich an die Steinkreise, Dolmen und Hügelgräber komme, die überall in Europa auf die Menschen warten, die ihre Sprache fühlen können.

 

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Indien. Nepal. Tibet. Bhutan. Da ist dieses tiefe Gefühl für den Subkontinent und den Himalaya. Meine Yogalehrerausbildung hat mir den Zugang geebnet. Mein Aufenthalt in Nepal die Erinnerungen wachgeküsst. Sanskrit ist die Sprache, die meine Lippen kennen. Die Zeichen sind wie Malerei, der Klang ist pures Licht. Mein Körper freut sich am Wiedererkennen der Asanas. Und meine Seele reist in der Meditation durch Zeit und Raum. In die Heimat meines Herzens.

 

Zu Buddha und hinduistische Wurzeln. In ein Leben als Mönch in einem der Klöster weit oben in den Bergen. In ein Leben mit Yoga in seiner ursprünglichen Form. In Leben, denen die Buntheit und das pralle Sein dieser Länder mir so vertraut waren, wie die Stille des Himmel und die schneebedeckte Unendlichkeit.

 

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Auch Griechenland ist ein Teil meiner Geschichte. Auch hier war ich Priesterin. Ich habe die Sonnenaufgänge über den Bergen geliebt und die Kühle des Morgens. Ich bin mit der steinigen, kargen Erde verbunden und mit der Wärme der Sonne. Ich liebe das Geräusch des Windes in den Blättern der Olivenhaine. Ich liebe die knorrigen Stämme und das Schattenspiel am Boden.

 

Ich weiß auch, das dieses Land damals ganz anders ausgesehen hat. Die abgholzten Bergkuppen sind für mich bis heute nur schwer zu ertragen. In meiner Erinnerung lebt ein grüner Teppich über diesem Land. Ich fühle die Verletzung. Ich fühle die Sehnsucht nach seiner wahren Gestalt und ich wünsche mir, das die Wälder und sprudelnden Bäche unter dem blauen Himmel wiederkehren. 

 

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Das Mittelalter. Zeit voller heftiger Erinnerungen. Ich bin unzählige Male auf Scheiterhäufen verbrannt. Ich war Heilerin, Aussätzige und Ausgestoßene. Ich habe in Wäldern gelebt Ich wurde verraten, gefoltert, verurteilt, gedemütigt. All den Menschen, die damals Schlüsselfiguren in meinem Leben waren, bin ich wieder begegnet. Mit jeder Begegnung hat mir mein Leben eine Chance gegeben. Die Chance, die Vergangenheit zu verändern. Die Chance auf Vergebung. Die Chance auf Abkehr von alten Schwüren. Die Chance auf die Auflösung uralter Versprechen der schwarzen Magie.

 

Ich habe sie alle genutzt. Und ich liebe es, das alte Wissen in mir erwachen zu fühlen. Es zu nutzen. Und meine Angst zu verlieren, am Rand der Gesellschaft zu stehen. ich liebe es, wie ich wieder lerne zu vertrauen. Und weiß, das mir nichts geschehen kann. 

 

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Irland, die keltische Kultur, Britannien - alles sind Wurzeln meines Seins in dieser Welt. Avalon ist ein Teil meiner Geschichte genauso wie William Wallace. Ich bin über durch die schottischen Highlands gezogen und habe an den Steinkreisen Cornwall's gelehnt. Glastonbury. Avebury. Stonehenge. Callanish. Ich stehe nicht zum ersten Mal dort. Mein Fuss streichelt nicht zum ersten Mal den Boden der Äußeren Hebriden am Rande Europas. Ich kenne den Sturm, ich kenne das Meer. Von dort bin ich einmal gekommen. Von Westen.

 

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Meine stärksten Wurzeln liegen bei den Indianern Nordamerikas. An einem Ort, unweit der großen amerikanischen Seen, an der Grenze zwischen Kanada und den USA. Und in der Weite der Prärie. In der Dichte des Waldes. An den Ufern von Flüssen und Bächen. Und bei den Spitzen der schneebedeckten Berge. Seit ich Kind war, fühle ich diese Verbindung zutiefst. Ich habe so oft davon geträumt, über die Ebene zu fliegen mit meinen Freunden, den Pferden. Ich habe die Tipis im Abendlicht gesehen, den Trommelklängen gelauscht und den Atem des Großen Geistes in meinem Herzen gefühlt. Ich war Kriegerin und Schamanin. Frau, Mutter, Geliebte.

 

Ich habe die Verfolgung und Vertreibung miterlebt, die Kämpfe und die Blutbäder mit den Weißen. Ich habe geliebte Menschen verloren und soviel Leid gesehen, das es für die Ewigkeit reichen würde. Ich kann die Schreie meine Brüder und Schwestern noch heute hören. Ich kann ihre Verzweiflung noch heute spüren. Weil sie meine eigene ist. 

 

Ich war eine Indianerin. Ich bin es bis heute. Die Menschen von damals sind auch jetzt wieder Teil meines Lebens. Sie gehören wieder zu meinen wichtigsten Begleitern. Sie stehen mir wieder am nächsten. Für mich ist das ein unglaublich großes Geschenk. Es ist so schön, die vertrauten Seelen so nah zu fühlen. Und zu erleben, wie wunderbar es ist, zutiefst verstanden zu werden. 

 

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Kalaallit Nunaat war meine Heimat. Die Heimat einer Kindheit. Bis ich von einem dänischen Schiff mitgenommen wurde in ein fremdes Land. Gegen meinen Willen und für immer. Der Schmerz, der Verlust der eigenen Identität, die ewige Sehnsucht nach zu Hause -  sie alle sind frisch, intensiv und gerade erst in meinem Bewußtsein aufgetaucht, aus einer Tiefe, die ich kaum ermessen kann. Sie erklären, warum ich mich hier vom ersten Moment an zu Hause gefühlt habe. Und sie erklären auch, warum ich dieses Land wieder zu meiner Heimat machen werde. In diesem Leben.

 

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Israel und Palästina. Die Länder am Beginn Asiens. Die Länder von Jesus. Sie sind ein Teil von mir. Die hebräische Sprache ist mir vertraut gewesen. Wenn ich die Zeichen heute sehe, dann fühle ich die Nähe und es lässt mich fast verzweifeln, das ich sie neu lernen muss, wo ich sie doch schon einmal konnte. Ich kenne die Religion, die damals entstanden ist.

 

Ich kenne Jesus. Ich habe in seiner Zeit gelebt. Ich erinnere mich an die Nächte in der Wüste und die Schönheit des Sternenhimmels. Ich erinnere mich an das Gesicht von Jesus und an seine Stimme. Jerusalem ist für mich ein heiliger Ort. Die Trennung des Landes, der Krieg, das Blutvergießen und die endlosen Spiralen der Gewalt geht mir so nah, wie ein Krieg in meinem Körper. Weil dieses Land in mir lebt. Und weil die Liebe in mir lebt, die von dort eigentlich in die ganze Welt hinein strahlen sollte.

 

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Die Vulkaninseln am Anfang des Sonnenaufgangs - Japan - sind mir genauso vertraut. Vor vielen Jahren, als ich den Film "Shogun" gesehen habe, konnte ich mich selbst nur über meine Faszination wundern. Ich lerne seit Jahren diese Sprache, mit vielen Unterbrechungen. Doch diese Zeichen, ich kenne sie und ich möchte sie wieder "zähmen". Ich tauche in diese Kultur ein und versuche sie Stück für Stück wieder zu entdecken. Das Leben und die Ehre eines Samurai ist auch ein Teil meines Blutes und meines Körpers. Der Krieger, der ich hier war, ist lebendig. Und das Feuer Japans brennt auch in mir.

 

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Die afrikanische Savanne, die Lieder der Massai, der Rhythmus ihres Blutes bringt in mir die Erinnerungen zurück. Ein Jahr meines jetzigen Lebens habe ich in Kenia verbracht und ich weiß, es wird mehr werden. Die Sehnsucht nach der Musik und der Weite des Landes - sie sind am stärksten in mir.

 

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Eine Verbindung gibt es nach Mexiko, zu den Mayas, eine zu den Inkas. Eine Verbindung zu den Aborigines Australiens und zu diesem großen, uralten Kontinent. Es gibt eine Verbindung in die Südsee, nach Neuseeland zu den Maori und vor allem zu dem Land selbst und eine nach Hawaii.

 

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Die arabische Welt, ihre Sprache und ihre Schönheit ist mir genauso vertraut, wie das spanische Andalusien. Portugal und Schweden gehören zu meinen Ländern. Auf eine Weise, die ich nicht benennen kann und es auch nicht muss. Ich spüre einfach diese tiefe, klare und reine Zugehörigkeit. Mein Verstehen, meine Verbindung.

 

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Meine Ahnen leben überall. Darum bin ich auch überall zu Hause. Ich sehe überall meine Familie. In allen Leben. Verbunden.

 

 

 

 

 

 

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