Die Erde als Geliebter

© page4 - Bilddatenbank

Wie gehe ich mit einem Geliebten um und wie geht ein Geliebter mit mir um?

 

Mit dem tiefen Wunsch, dem Anderen beim Aufblühen zuzuschauen. Sie daran zu erfreuen, dass er oder sie ihren ganz eigenen Weg geht und dabei immer stärker zu leuchten und zu strahlen beginnt. Genauso werden wir mit dieser Erde umgehen und sie mit uns.

 

Wir müssen gar nicht weit schauen, um zu fühlen, was richtig ist. Es gab und gibt Menschen auf dieser Erde, die es uns schon vorgelebt haben. Indianer, Inuit Aborigines. Vielen ihrer Stämme ist die tiefe Verbindung mit allen lebenden Wesen vollkommen klar. Bis heute. Sie haben kein Leben genommen, ohne vorher zu fragen. Sie haben keine Pflanze gepflückt, ohne vorher in den Kontakt mit ihr gekommen zu sein und ihre Zustimmung dazu zu haben. Sie haben kein Tier getötet, ohne seine Einwilligung. Und sie haben niemals nach mehr gefragt, als sie wirklich brauchten. Sie haben nichts verschwendet und alles geteilt. Nichts von dem Geschenk, dass ihnen die Pflanze mit ihrem Leben und das Tier mit seiner Lebendigkeit gab, wurde weggeworfen. Für alles gab es einen Platz. Und damit wurde auch jeder Teil des Geschenks geehrt. 

 

Die Fähigkeit, mit den Pflanzen und Tieren zu kommunzieren, ist in uns. Sie ist niemals verloren gegangen. Wir können die Stimme der Bäume hören und ihre Gefühle teilen. Wir können mit ihnen sprechen. Wir können mit jeder Pflanze sprechen. Und wir können auch mit jedem Tier Kontakt aufnehmen. Mit jedem Lebenwesen, bis hin zu einem Mikroorganismus. Wir können in ständigen Kontakt und Austausch mit allen diesen Wesen gehen. 

 

Ihr Schmerz ist unser Schmerz, ihr Leiden ist unser Leiden. Ihre Freude ist unsere Freude. Viele von uns wissen das auch jetzt schon.

 

Wenn wir uns selbst lieben, dann vergiften wir uns auch nicht. Das braucht uns niemand zu erklären, dafür braucht es keine Regel, kein Emissionsgesetz und keine Anweisung irgendeiner Regierung. Wir tun es nicht, weil jeder andere Gedanke absurder Selbstmord oder Mord wäre. Und weil nichts von Beiden unserem eigenen Wesen entspricht.

 

Es würde uns niemals einfallen, Schornsteine in den Himmel zu bauen, und hochgiftige Abgase damit unsere Atemluft zu schicken.

 

Wir würden nicht auf die Idee kommen, dass es gut sein könnte, künstliche Materialien herzustellen, die, in ihrer neuen Zusammensetzung giftig sind. Wir würden an jeder Stelle nur das herstellen, was wir wirklich benötigen, aus natürlichen Materialien, die von selbst wieder zerfallen und kein einziges Gift hinterlassen. Und wenn wir uns nicht sicher sind, dann lassen wir es. Wir würden nicht blind vor uns hinwerkeln und hoffen, dass es schon irgendwie gut wird. 

 

Wir würden nicht mit Flugzeugen um die Welt jetten, die mit ihren Kondenstreifen die Atmosphäre schädigen, die uns schützt. Wir würden ganz andere Wege gehen. Ganz sicher würden wir auch keine Autos bauen, die nur so funktionieren können, dass sie Gift in die Luft abgeben. Wir würden - ganz richtig - schlussfolgern, dass das nicht anderes als Selbstmord ist.

 

Natürlich würden wir auch nicht denken, dass das, was wir an einem Ende der Welt in die Luft geben, verschwindet, nur weil wir es nicht mehr sehen oder fühlen können. Es wäre uns zutiefst bewußt, dass die Luft jeden Punkt dieser Erde erreicht und dass sie, einmal im System logischerweise auch wieder zu uns kommt. 

 

Auch der Boden ist ein lebendes Wesen. Die Heimat von Milliarden kleinster Lebeswesen, ein ganzes eigenes filigranes und miteinander verwobenes Wunder. Dieses Wunder zu fühlen und wertzuschäzten, wird unser Handeln in Zukunft bestimmen.

 

Es ist eine Selbstverständlichkeit, dem Boden sein schützendes Pflanzenkleid nicht wegzunehmen. Ein Pflanzenkleid, dass ihn genauso vor Sonne und Kälte schützt, wie wir es von unserer Kleidung kennen. Es ist eine Selbstverständlichkeit, nur dort zu bauen, wo es dem Boden nicht schadet und auch nur auf so eine Art, die keine künstliche Erosion begünstigt.

 

Es wird eine Selbstverständlichkeit sein, biologische Landwirtschaft zu betreiben und die Einsichten der Permakultur umzusetzen. Was immer uns der Boden in Zukunft schenkt, wird ein wirkliches Geschenk sein. Freiwillig gegeben von einem gesunden, glücklichen Freund. Für uns.

 

Wir würden niemals auf die Idee kommen, dass es gut sein könnte, Staumauern zu bauen, und Wasser zu horten. Weil uns vollkommen klar wäre, dass wir das Leben damit ersticken. Ungeklärtes Abwasser in einen sauberen Fluss zu gießen, wäre für uns absolut undenkbar. Schließlich wollen wir daraus trinken. Wir wollen darin schwimmen. Wir wollen die Pflanzen von seinen Ufern essen, und den vom Fisch in seinen Fluten kosten. Wir haben keinerlei Interesse daran, uns zu vergiften - egal über welche absurden Umwege. 

 

Wir würden uns nicht mehr belügen, bei dem, was wir tun. Es gäbe keinen Grund mehr dafür. Und es gäbe auch keine Möglichkeit mehr, uns zu belügen. Wir würden hinter die Fassaden schauen. Schlaue Konstrukte und Argumente wie z.B. zur Wasserprivatisierung wären sofort lächerlich einfach zu durchschauen. 

 

Wir würden für das Wasser einstehen. Wir würden für unsere Erde einstehen. Wir würden für die Tiere und Pflanzen einstehen. Denn sie sind unsere Freunde und Geliebten. Und wir ihre. Deshalb würden wir bei jedem unserer Schritte bedenken, was er für Folgen hat und wir würden jede dieser Folgen wirklich fühlen können. 

 

Es ist so einfach. Sobald wir den Gedanken an Trennung aufgeben.

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Foto: Uwe Kunze / pixelio.de
Foto: Thomas Wiesendahl / pixelio.de
Foto: M.E. / pixelio.de
Foto: Helena Souza / pixelio.de
Foto: Lutz Stallknecht / pixelio.de
Foto: angieconscious / pixelio.de
Foto: Bernd Kasper / pixelio.de
Foto: Erich Westendarp / pixelio.de
Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de
Foto: Uwe Kunze / pixelio.de
Foto: Harald Böttcher
Foto: jutta rotter / pixelio.de
Foto: Peter Habender / pixelio.de
Foto: Peter Habereder / pixelio.de
Foto: Luise / pixelio.de
Foto: Angelika Wolter / pixelio.de
Foto: Andrea Damm / pixelio.de
Foto: Helena Souza / pixelio.de
Erdenhimmel