Papas Rahmen

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Egal, auf welcher Ebene wir es betrachten, wir haben die Frauenrollen klar definiert. Und vollkommen unabhängig davon, wie vielfältig sie auf den ersten Blick erscheinen mögen, sie haben immer die gleiche hierarchische Position. Und zwar unter der Position der Männer. Denn die Männer verkörpern den Vater und in der Vater-Zeit sitzt er auf dem Thron, niemand sonst. 

 

Wir können unsere Fähigkeiten erproben, oh, natürlich, können wir das. Doch nur in dem Rahmen, den uns der Vater bereitgestellt hat. An diesem Rahmen müssen wir uns messen lassen, wenn wir irgendeine Position einnehmen möchten. Da gibt es keine wirkliche Freiheit. Wir sind so frei, wir die Glaubenswelt und der Selbstwert unseres Vaters es uns gestattet.

 

Als Frau leben wir mit verschiedensten festgeschriebenen Bildern, die uns übergestülpt werden und die wir uns überstülpen lassen.  

  

Frauen sind Angestellte, Gespielin, Leibeigene, Sklavin, Hausfrau, Dienstmädchen. Auch wenn die Frau Wissenschaftlerin, Richterin oder Vorstandsvorsitzende ist, sie bewegt sich gesellschaftlich noch immer im patriarchalen System. Einem System also, das nicht von ihr bestimmt und gestaltet wird, sondern von den führenden Männern. Sie wird also ab einem bestimmten Punkt gegen die gezogenen Grenzen stoßen.

 

Es gab in unserer Geschichte viele Frauen, die sich gegen diese Rollen gewehrt haben. Seit Jahrhunderten. Oft mussten sie dabei ihr eigenes Geschlecht sogar verleugnen oder verstecken, um irgendeine Chance zu haben. Das können wir selbst heute beobachten. Wie viele Managerinnen werden zu "besseren Männern", um im Geschäftsleben bestehen zu können? Wieviele Frauen werden taffer, härter und unnachgiebiger als die Männer um sie herum, um irgendeine Chance auf Aufstieg zu haben?

 

Was wir Frauen in dieser Welt normalerweise machen, ist, uns anzupassen. Wir sind Meisterinnen der Anpassung. Anpassung, an die Rollen, die existieren. Anpassung an die Glaubensvorstellungen, die existieren. Anpassung an die Möglichkeiten, die uns gegeben werden. Wir sind auch Meisterinnen darin zu erraten und zu fühlen, was Mann von uns wünscht, fordert oder verlangt. Wir sind perfekt darin, Körpersprache und Gedanken zu lesen und zu interpretieren, um möglichst früh und schnell darauf reagieren und uns danach ausrichten zu können. Frau arrangiert sich also und ist den Männern dankbar dafür, überhaupt eine Rolle abzubekommen. Der Mann verteilt die Rollen und Positionen, die Frauen streiten sich untereinander um die Brosamen. So funktioniert Machterhalt patriarchaler Systeme. 

 

Auch die Mutter-Rolle oder die der Geliebten bieten keinen Ausweg. Denn in Beiden werden wir auf eine bestimmte Position, die Männer definieren, reduziert. Auch hier herrscht keine Freiheit. Und auch hier spielen die eigentlichen weiblichen Werte und Fähigkeiten nur begrenzt eine Rolle. Was zählt ist das Äußere. Was zählt ist die Erfüllung der vorgegebenen Anforderungen. Mehr nicht.

 

 

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