Aus der Ganzheit

werden Gegensätze.

Aus der Einheit

die Dualität.

Aus einem Wesen

werden Frau und Mann.

Das Feiern der Unterschiede.

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Alles ist neu. Die gesamte Welt um uns herum und wir selbst haben eine Form bekommen. Eine Form, die am Beginn die pure Einheit spiegelt. Ein Wesen, in dem alles miteinander verbunden ist. Ständiges Verschmelzen, ständiges Verwobensein. Ein wundervoller Zustand. Doch es ist auch ein Zustand, in dem nur eine begrenzte Vielfalt an Erfahrungen möglich ist. Wir jedoch wollen die gesamte Bandbreite kennenlernen. Das Gefühl von Trennung und Wiederverbinden. Deshalb haben wir aus uns heraus zwei Geschlechter erschaffen. Wir teilten uns - in Frauen und Männer. 

 

So konnten wir ganz in die Welt von Weichheit, Rundheit, Gefühl, Intuition und Rhythmus eintauchen, den die Frauen vollkommen verkörpern und leben. Und wir konnten die Welt von Fokussiertheit, Zielorientierung und körperlicher Kraft auskosten. 

 

Aus dieser Trennung heraus bildeten sich die neuen Formen des Zusammenlebens. Das Matriarchat - in dem alles um die Weiblichkeit herum ausgerichtet ist und danach das Patriarchat, in dem die männlichen Eigentschaften in volle Blüte kommen. 

 

Mit dieser Trennung war es uns auch zum ersten Mal möglich, Einsamkeit, Alleinsein und Abgeschnittensein vom ganzen und der geliebten Seele - dem anderen Teil des eigenen Wesens zu erfahren. Wir konnen Gefühle wie Unsicherheit und Zweifel erkunden. Lernen, uns auszudrücken und Brücken zueinander zu bauen. Individualität und Verbundenheit wurden zwei verschiedene Seiten eines Ganzen. Wir haben uns mit dieser Entscheidung, Zwei zu werden, eine vollkommen neue Welt eröffnet. Eine Welt, die wir in unserer Wahrnehmung oft als schmerzhaft erleben, die jedoch die Tür öffnet, die magische Verbindung zweier Seelen mit allen Sinnen zu erfahren, in einer Tiefe und Absolutheit, die vorher niemals möglich gewesen wäre. 

 

Ich kann mich an diesen Moment der Teilung erinnern. In dieses Gefühl eines Wunders. Sich selbst im Spiegel zu erblicken, in einer vollkommen neuen Form. Wissend, dass man zusammen gehört. Erfahrend, wie unterschiedlich plötzlich Wahrnehmungen werden und das es eine Form von Entfernung voneinander geben kann. Es war verstörend, aufregend, inspirierend, Angst machend und unglaublich faszinierend. Alles auf einmal. 

 

Bis heute tanzen wir den Tanz miteinander. Aufeinander zu, voneinander weg. Im Rhythmus, Pulsieren und Atem des Lebens selbst. 

 

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