Vollkommenheit trifft auf "Pfui"

                 © Helene Souza / pixelio.de          © Antje Strathmann Finweg / pixelio.de             © twinlili / pixelio.de

Alles ist gut. Jedes einzelne Stück von diesem Körper ist ein Wunder. Etwas zum Bestaunen. Was sich mit diesem Körper alles machen lässt, ist eine wonnevolle Entdeckungsreise. Schau mal, der Finger. Schau mal der Zeh. Schau mal, mein Ohr. Schau mal, was da aus mir rauskommt.

 

Es gibt keine Grenze in diesem Wunderland. Es gibt nichts Schlechtes oder Ekliges. Alles ist willkommen. Alles wird voller Neugierde und Wißbegierde begrüsst und erforscht. 

 

Und nicht nur der eigene Körper wird so entdeckt. Auch andere Körper. Der von anderen Kindern zum Beispiel. Doktospiele! Ein Ausdruck davon. Der von den Eltern. Was ist denn da zum Beispiel Interessantes, was am Papa hängt? 

 

Ich weiß noch genau, wie ich zum ersten mal meine Yoni bewußt wahrgenommen habe. Ich saß in der Badwanne und spielte mit mir. Und plötzlich realisierte ich, das ich da unten anders aussehe, als Papa. Das da zwei Lippen sind. Und nichts, was rausschaut. Spannend. Einfach nur spannend.

 

Ich kann diese Entdeckerfreude fühlen. Ich trage sie noch in mir. Sie ist nicht verlorengegangen. Und sie bricht immer wieder aus, wenn ich anfange, einfach nur herumzutollen, wie ein kleiner wilder Troll und so zu spielen, wie ich es als Kind einmal konnte. Pure Lebensfreude.

 

.......

 

Doch wann immer wir das als Mensch teilen, werden wir konfrontiert mit Urteilen. Wir können spüren, das unsere Eltern anders mit unserem und ihrem Körper umgehen als wir. Eigenartige Gefühle sind da. Scham. Verstecken. Angst. Warum?

 

Warum fühle ich Freude, wenn sie offensichtlich Ekel empfinden? Was ist nicht richtig mit mir? Wieder beginnt der Prozess der Anpassung. Und noch mehr. Es beginnt ein Prozess  des "sich schlecht und falsch fühlens im eigenen Körper". Es beginnt ein Prozess des Zweifelns an den eigenen Empfindungen. Des Unterdrückens unserer Körpergefühle. Des Versteckens.

 

......

 

Wie haben wir das als Gesellschaft erlebt? 

 

Es gibt den Mythos vom Paradies. Das ist nicht nur ein Mythos, den wir aus der Bibel oder aus Lemurien kennen. Da waren wir wirklich einmal. Das ist unsere Geschichte. Es war die Zeit, in der wir unseren Körper als Quelle von Freude erlebt haben. Unbekümmert. Unschuldig. Entdeckungsfreudig. Ohne jede Beurteilung und Wertung. Das war auch die Zeit, in der wir Sexualität als eine Quelle von Freude erlebt haben. Als eine wunderbare Möglichkeit, Einheit zu erfahren, Energien zu fühlen, uns zu verbinden. Es war eine Zeit des spielerischen Experimentierens mit Lust und Leidenschaft. 

 

Adam, die Schlange und der Apfel; das Ende von Lemurien -  sie waren der Beginn des Beurteilens und Bewertens, der Scham und der innerlichen Trennung von der Vollkommenheit unserer Körper.

 

......

 

Doch das war nicht der Beginn einer dunklen, schwarzen, schrecklichen Zeit sondern der Beginn unserer Reise in bis dahin unerreichbare Erfahrungsbereiche. Wie hätten wir denn im Paradies jemals Scham erfahren sollen? Oder Unterdrückung? Oder Beherrschung mittels Sexualität? Alle diese Erfahrungen waren nur möglich, weil wir ein Gut und Böse in Bezug auf unseren Körper geschaffen haben. 

 

Unsere Seele will sich in allen Varianten erleben. Sie macht keinen Unterschied zwischen Licht und Dunkelheit. Das kommt erst viel später. Wenn wir zu Feinschmeckern werden. Am Beginn jedoch, inmitten der Kindheit probieren wir alles. Dazu ist die Kindheit da. Dazu ist das Leben da. Dazu sind wir hier. Um alles zu erfahren. Alles. Und um uns dann, nachdem alles gekostet und geschmeckt worden ist, neu zu erfinden und in unserer ganzen Schönheit und Vollkommenheit zu fühlen.

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Foto: Uwe Kunze / pixelio.de
Foto: Thomas Wiesendahl / pixelio.de
Foto: M.E. / pixelio.de
Foto: Helena Souza / pixelio.de
Foto: Lutz Stallknecht / pixelio.de
Foto: angieconscious / pixelio.de
Foto: Bernd Kasper / pixelio.de
Foto: Erich Westendarp / pixelio.de
Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de
Foto: Uwe Kunze / pixelio.de
Foto: Harald Böttcher
Foto: jutta rotter / pixelio.de
Foto: Peter Habender / pixelio.de
Foto: Peter Habereder / pixelio.de
Foto: Luise / pixelio.de
Foto: Angelika Wolter / pixelio.de
Foto: Andrea Damm / pixelio.de
Foto: Helena Souza / pixelio.de
Erdenhimmel